Der Bereich Sprechwissenschaft bietet im Rahmen der Ergänzungsstudien das Modul „Körper – Stimme – Kommunikation“ an. Es ist wichtiger Bestandteil des Lehramtsstudiums an der Universität Leipzig und bereitet Studierende auf den sprechintensiven und kommunikativen Berufsalltag vor. Informationen zum Modul und zu unseren Arbeits- und Tätigkeitsfeldern erhalten Sie auf dieser Seite.

Team des Moduls „K-S-K“; Foto: Christian Hüller
Team des Moduls „Körper - Stimme - Kommunikation“; Foto: Christian Hüller

Modul „Körper - Stimme - Kommunikation“

Lehrerinnen und Lehrer haben einen sprechintensiven und auch sonst ausgesprochen physisch-kommunikativen Berufsalltag. Professionelle stimmlich-sprecherische und kommunikative Kompetenzen sind daher nicht nur notwendiges Handwerkszeug zum Gelingen von Unterricht, sondern gewährleisten auch die berufliche Leistungsfähigkeit über Jahrzehnte.
Im Modul „Körper – Stimme – Kommunikation“ werden diese besonderen Anforderungen an Lehrkräfte fokussiert: Die Studierenden erwerben Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Entwicklung einer störungsfreien und belastungsfähigen Sprechstimme sowie Fähigkeiten und praktische Kompetenzen zur Planung, Durchführung und Auswertung von Rede- und Gesprächssituationen im Schulkontext.

Das Modul besteht aus den zwei Teilen:

Sprecherziehung

Kommunikation

Lehrkräfte kommunizieren den ganzen Tag

Der Arbeitstag von Lehrkräften ist geprägt von Kommunikation in all ihren Facetten. Man könnte auch sagen: Lehrerinnen und Lehrer verbringen ihren gesamten Arbeitstag sprechend – laut, leise, energisch, vermittelnd, freundlich, durchdringend, ermahnend, beruhigend, diskutierend etc.
Dabei erfordern die unterschiedlichen Gesprächssituationen und -gegenüber (Schülerinnen und Schüler/Eltern/Kollegschaft/Kooperationspartnerinnen unnd -partner etc.) zugleich eine Differenzierung im kommunikativen Handeln. Neben didaktischen und methodischen Kompetenzen bedarf es hier vor allem kommunikativer Kompetenzen, um den vielfältigen fachspezifischen, pädagogischen und persönlichen Anforderungen des Berufsalltags gerecht zu werden.

Zugangsvoraussetzung für das Lehramtsstudium ist deshalb ein Phoniatrisches Gutachten.

 

Ausgerichtet an den Arbeitsanforderungen der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer werden im KSK-Modul stimmlich-sprecherische und rhetorisch-kommunikative Aspekte bearbeitet. Die Studierenden erwerben theoretische und praktische Kompetenzen zur Entwicklung einer störungsfreien und belastungsfähigen Sprechstimme sowie zur Planung, Durchführung und Auswertung von unterschiedlichen schulbezogenen Rede- und Gesprächssituationen.

Dafür steht in den Lehrveranstaltungen zudem die Vermittlung von Kenntnissen zur Physiologie des Stimmapparates und zu den Funktionskreisen des Sprechens (Körperhaltung, Atmung, Stimme, Artikulation) in Theorie und Praxis im Fokus. Aufgrund des hohen Redeanteils und einer akustisch herausfordernden Arbeitsumgebung haben Lehrkräfte einen sogenannten stimmintensiven Beruf. Daher ist eine Sensibilisierung für die Gesunderhaltung der eigenen Stimme unerlässlich. Indem Ursachen und Symptome von Störungen der Stimmfunktion vermittelt werden sowie Strategien zur Stimmhygiene aufgezeigt werden, soll ernsthaften Erkrankungen des Stimmapparates vorgebeugt werden.

Zudem ist die Stimme eine wesentliche Komponente für Lehr-Lern-Prozesse. Eine Kompetenz in der Sprechgestaltung, die in verschiedenen Situationen variabel eingesetzt werden kann, macht den Unterricht anschaulicher, lebendiger und damit auch leichter zu verstehen. Der Lernerfolg ist so eher gewährleistet und damit steigt auch die Motivation der Schülerinnen und Schüler.

Ziel des Moduls ist es, dass die angehenden Lehrerinnen und Lehrer durch das Kennenlernen, Reflektieren, Trainieren und Weiterentwickeln der eigenen Kompetenzen das Erlernte in den Alltag und die Berufspraxis transferieren.

Im Rahmen des Moduls finden Vorlesungen, Gruppenübungen und Seminare zu den verschiedenen Aspekten von Stimme und Kommunikation statt. Basierend auf theoretischen Grundlagen und auf theoretischem Wissen erproben die Studierenden die Inhalte vor allem praktisch und bekommen Rückmeldungen zu ihrem stimmlich-kommunikativen Auftreten. Theorie und Praxis werden also stets verzahnt.

Aktuell besteht das Modul aus den zwei Teilen „Sprecherziehung“ und „Kommunikation“. Im Teil „Kommunikation“ belegen die Studierenden ein Seminar im Umfang von zwei Semesterwochenstunden (SWS). Der Teil „Sprecherziehung“ umfasst ebenfalls zwei SWS, die sich auf eine Vorlesung, eine Gruppenübung und eine vertiefende Übung verteilen. Das aktuelle Lehrangebot in den Ergänzungsstudien finden Sie auf unserer Webseite.

Abhängig von der Schulart wird folgendes Semester empfohlen:

  • Höheres Lehramt an Gymnasien und Lehramt an Oberschulen: 2. oder 3. Semester
  • Lehramt an Grundschulen: 5. Semester
  • Lehramt an Förderschulen: 7. Semester

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