Sie möchten mit Ihren Erfahrungen aus der Schule die Lehramtsausbildung an der Universität Leipzig bereichern? Das Sächsische Staatsministerium für Kultus beabsichtigt, zum 1. August 2022 eine Lehrkraft (m/w/d) für mindestens drei Jahre an das Zentrum für Lehrer:innenbildung und Schulforschung (ZLS) vollumfänglich abzuordnen. Bewerbungsschluss ist der 27. Mai 2022.
Zu besetzen ist folgende Abordnungsposition:

Promotionsprojekt im Rahmen einer Abordnung als Lehrkraft im Hochschuldienst an der Universität Leipzig

Grundschuldidaktik Deutsch

Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Institut für Pädagogik und Didaktik im Elementar- und Primarbereich

Prof. Dr. Susanne Riegler

Projektidee für ein realisierbares Forschungsvorhaben im Rahmen einer Abordnung an den Bereich Grundschuldidaktik Deutsch:
 

Der Forschungsschwerpunkt meiner Professur liegt seit vielen Jahren im Bereich der orthografiedidaktischen Professions- und Professionalisierungsforschung. Für einen erfolgreichen Abschluss des Dissertationsprojekts im vorgesehenen Abordnungszeitraum scheint es mir zielführend, das Forschungsvorhaben der abgeordneten Lehrkraft inhaltlich und forschungsmethodisch eng an bestehende Forschungszusammenhänge der Professur anzubinden und ihr somit einen strukturierten Start in die Qualifikationsphase zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund möchte ich anregen, das Dissertationsvorhaben im Feld der fachdidaktischen Lehrerfortbildungsforschung anzusiedeln und schlage folgenden Arbeitstitel vor:

„Neue Wege im Rechtschreibunterricht – Entwicklung und Evaluation einer Lehrerfortbildung zum Rechtschreiblernen in der Grundschule“

Die sog. dritte Phase der Lehrer:innenbildung ist aus fachdidaktischer Perspektive bislang eher selten in den Blick der Professionalisierungsforschung geraten. Erst in jüngster Zeit wird verstärkt nach den konzeptionellen Merkmalen wirksamer und nachhaltiger Lehrerfortbildungen gefragt und die Qualität von Bildungsangeboten im System der Lehrerfort- und -weiterbildung ins Zentrum gerückt. Diese Impulse soll das geplante Forschungsvorhaben aufgreifen und für die Entwicklung eines innovativen Lehrerfortbildungskonzepts zum Rechtschreibunterricht fruchtbar machen. Zu denken ist hier zum Beispiel an Formen des Video-Coachings, wie es in der ersten und zweiten Phase bereits seit längerem mit viel Erfolg praktiziert wird. Die Fortbildungsmaßnahme soll in mehreren Durchläufen pilotiert und schließlich summativ hinsichtlich ihrer Effekte auf das Professionswissen und das konkrete Unterrichtshandeln evaluiert werden.

Als Kooperationspartnerin für die Betreuung des Vorhabens möchte ich gerne Frau Prof. Anke Reichardt, Professorin für Schriftspracherwerb unter den Bedingungen von Heterogenität an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, gewinnen. Sie hat im Rahmen des 2019 abgeschlossenen Projekts „Fallbasierte Rechtschreibanalysen und strategievermittelnde Modellierung (ReMo)“ eine Fortbildungsreihe für Lehrkräfte konzipiert und evaluiert und kann daher auf einschlägige Vorerfahrungen in diesem Forschungsfeld zurückgreifen. Da unsere Arbeitsbereiche bereits in anderen Kontexten eng zusammenarbeiten, sehe ich hier eine ausgezeichnete Möglichkeit zu fachlichem Austausch und Kooperation im mitteldeutschen Universitätsbund.

Nicht zuletzt möchte ich auf die Synergieeffekte verweisen, die sich mit diesem Forschungsvorhaben für den Baustein „Fachdidaktische Fortbildungsangebote“ im Rahmen der Mentor:innenqualifizierung ergeben könnten. Denkbar wäre in meinen Augen, die von der Lehrkraft im Hochschuldienst zu erbringenden 2 SWS grundständig im Bereich der fachdidaktischen Fortbildungsangebote zu verorten und somit beide Tätigkeitsbereiche – Forschung und Lehre – von Beginn an gewinnbringend zu verzahnen.

Zum geplanten Einsatz der Lehrkraft in der Lehre:
Meine Professur verantwortet im Sommersemester das Modul 05-KFD-DEUSPS „Schulpraktische Studien Grundschuldidaktik Deutsch“, das sich aus dem semester- begleitenden Tagespraktikum sowie dem Seminar „Deutschunterricht planen, gestalten und reflektieren“ zusammensetzt. Dieses Modul durchlaufen in jedem Sommersemester durchschnittlich 80 bis 100 Studierende in mehr als 20 Praktikumsgruppen. Die Lehr- kraft im Hochschuldienst übernimmt in jedem Sommersemester zwei der oben ge- nannten Seminare (je 2 SWS = 4 SWS) sowie die Betreuung von insgesamt vier Praktikumsgruppen (je 1 SWS = 4 SWS). Im Wintersemester unterstützt die abge- ordnete Lehrkraft im Umfang von 4 SWS die Betreuung von Praktikumsgruppen im Modul 05-GSP-SPS01, in das alle Fachbereiche unseres Instituts Lehranteile ein- bringen. Im akademischen Jahr werden auf diese Weise durchschnittlich 6 SWS Lehre erbracht (8 SWS im Sommer- und 4 SWS im Wintersemester).

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